Samstag, 29. September 2007

Belebtes Wasser, Salz und biologischer Kreationismus (2)

Teil 2: Kommerz und Unstimmigkeiten

Im ersten Teil dieser "kleinen" Artikelserie hatte ich über meinen ersten Eindruck zur Zusammenfassung der Vorträge über "Wasser und Salz" von Peter Ferreira berichtet und darüber, was mich dabei ins Grübeln brachte. Mit diesen Zweifeln beladen suchte ich dann nach anderen Informationen, speziell zu dem Herrn Ferreira, dem Autor des Vortrages. Und siehe da, ich wurde fündig. Wo? Auf Tourism-Watch, dem Informationsdienst zum Dritte-Welt-Tourismus. Dort befasste sich Ludmilla Tüting (2002) mit dem "Salzboom", welcher neuerdings zu beobachten sei. Zum Himalaya-Salz allgemein, welches u.a. auch von Ferreira als ganz besonders rein angepriesen wird, schreibt sie:

Zunächst als Geheimtipp und im Internet gehandelt, tauchten die weiß-rosa Salzbrocken 2002 plötzlich für teures Geld in Geschäften auf, besonders in Naturkosmetik- und Bioläden, in Reformhäusern und im Versandhandel. [...] [D]as 'kristalline Salz aus dem Himalaya werde im Bergbau abgebaut', heißt es übereinstimmend bei allen Anbietern. Unbehandeltes Salz im Himalaya, das die Autorin aus jahrzehntelanger eigener Anschauung kennt, sieht jedoch ganz anders aus: entweder [...] blendend weiß [.] oder [...] schmutzig-grau."

Quelle: Tüting (2002).

Bezüglich der Salzthesen bzw. -euphorie mancher Zeitgenossen sei genau jener Artikel wirklich jedem ans Herz gelegt, da hier recht breit über die Thematik berichtet wird – aus meiner Sicht durchaus glaubhaft, wozu auch die dort aufgeführten Literaturlinks einen guten Teil beitragen. Weswegen der Artikel hier aber hauptsächlich Erwähnung finden soll, liegt in dem begründet, was dort zu dem Herrn Ferreira und seinen Vorträgen steht.

"Eine 'Zentralgestalt' des Salzbooms ist Peter Ferreira, geborener Druf, wie die Zeitschrift 'Skeptiker' [.] im Frühjahr 2002
herausfand. Der 'Himalayasalz-Papst' bezeichnet sich als 'Biophysiker', 'Direktor des 'Institute of Biophysical Research', USA' und 'wissenschaftlicher Berater'. Skeptiker-Autorin Andrea Kampuis konnte jedoch weder in den USA noch hier seine Spuren entdecken, außer Artikeln und Tonkassetten zu seinem Thema. [...]

Auch die Zeitschriften 'Öko-Test' [.] und 'Test/Stiftung Warentest' [.] sprachen dem Himalaya-Salz jede besondere Wirkung ab. Es handele sich um 'üble Geschäftemacherei' und um eine Irreführung des Verbrauchers. Jedes Speisesalz sei von der Substanz her ein Kristallsalz. Himalaya-Salz bestehe genau wie unser Kochsalz zu mindestens 97 Prozent aus Natriumchlorid. Der 'sehr geringe Gehalt an natürlichen Spurenelementen' sei 'ernährungsphysiologisch nicht relevant', was sich mit der Analyse eines lebensmittelchemischen Labors deckt, die der Autorin vorliegt: 38,3 Prozent Natrium, 60,7 Prozent Chlorid."

Quelle: Tüting (2002).

Um ehrlich zu sein, hatte sich zu diesem Zeitpunkt mein Unwohlsein mehr zu einer Sorge um bestimmte Personen meines Bekanntenkreises entwickelt, die offensichtlich große Stücke auf die Behauptungen des Herrn Ferreira hielten. Deshalb wollte ich noch etwas tiefer gehen und suchte nach dem bei Tüting (2002) erwähnten Artikel im Magazin "Skeptiker".1 Leider war der Artikel mit dem schlichten Namen "Himalaja-Salz" nicht frei verfügbar, so dass ich – vielleicht etwas blauäugig – einfach mit der Autorin dieses Textes, Frau Dr. Andrea Kamphuis, Kontakt aufnahm. Ich hatte das schon fast vergessen als ich dann am 19.09.2007 Nachricht von ihr erhielt, mit dem entsprechenden Artikel (natürlich nur zum privaten/persönlichen Gebrauch). Darin waren auch recht erhellende Fakten zu jenem Herrn Ferreira recherchiert.

Zum Beispiel lässt Kamphuis (2001) Zeifel daran aufkommen, ob Ferreira seinen Titel "Biophysiker" zu Recht trägt, denn zu seiner (fachlichen) Ausbildung ließen sich nur wenig Informationen zusammentragen; zudem sind die von ihm verwendeten Titel wie "Biophysiker" und "wissenschaftlicher Berater" sowie die von ihm verwendeten Begriffe "Institut" und "Studie" nicht rechtlich geschützt. Kurz: Jeder kann sie nach eigenem Gutdünken nutzen. Und offenbar steckt hinter dieser Verwendung von Ferreira eine bestimmte Absicht. Entsprechend bestätigte mich Kamphuis (2001) in meinem (unguten) Eindruck, der mich schon beim erstmaligen Lesen des Ferreira-Textes ergriff, wenn sie schreibt:

"Die weit hergeholten Analogien, Anekdoten und pseudo-etymologischen Wortspielereien seines Vortrags wirken alles andere als wissenschaftlich. Dennoch gewinnen viele Zuhörer den Eindruck, einen Wissenschaftler vor sich zu haben [...]"

Quelle: Kamphuis (2002), S. 15.

In ihrem Artikel führt die Autorin das noch weiter aus, indem sie u.a. auf das unsauber benutzte Physikervokabular verweist, welches Ferreira "geschickt" mit den Begriffen diverser Parawissenschaftler vermischt; sie weist außerdem auf offenbar falsch verwendete Begriffe hin ("kolloidale Materie"). Zur der esoterisch aufgeladenen Euphorie darüber, dass im Himalaja-Salz die 84 Stoffe enthalten sind, die auch im menschlichen Organismus zu finden wären, klärt Kamphuis (2001) auf, dass dies auch nicht anders sein kann: Von den 112 Elementen des Periodensystems blieben letztlich "nur" 84 Elemente als "greifbare" Materie übrig (die anderen "zerfallen" zu schnell oder sind gasförmig). Praktisch besteht also alles um uns herum aus diesen 84 Elementen – so auch das Himalaja-Salz.

Neben diesen fachlichen Aspekten zeigt Kamphuis (2001) noch andere Ungereimtheiten auf: Um die Unabhängigkeit des "Fördervereins Wasser und Salz e.V." zu gewährleisten, gab Ferreira sein Amt als dessen Vorsitzender auf. Diesen hat heute Frau Dr. Hendel, Ko-Autorin von Ferreiras Bestseller "Wasser und Salz", inne. Wenn das mal nicht zu einer besseren Unabhängigkeit dieses Vereins beiträgt. Von kommerziellen Bestrebungen, was die Vermarktung des Himalaja-Salzes anbelangt, distanzierte sich Ferreira ebenfalls. Vermutlich deshalb will er das Honorar seiner Bücher an afghanische Kindern spenden, denen er sich persönlich annehmen möchte. Sozusagen ein symbolischer Akt seiner Glaubwürdigkeit: Er dient ja der "Sache" (lebendiges Wasser) und er ist gemeinnützig. Nun stellte Kamphuis (2001) bei ihrer Recherche aber fest, dass hinter Ferreiras Verlag eine PR-Agentur für Ärzte steckt, die zudem auch am gleichen Ort wie sein "Förderverein Wasser und Salz e.V." sitzt – mehr noch, diese Agentur besitzt auch noch die gleiche Fax-Nummer wie der Förderverein. Die Leserin mag an dieser Stelle selbst 1 und 1 zusammenzählen.

Kritik an den Salz- und Wasserboom kommt aber nicht nur von jener skeptischen Seite, von der es manch eine Jüngerin des "lebenden Wassers" ohnehin erwartet hätte (von Zeitschriften wie "Skeptiker", von Verbrauchermagazinen und von NaturwissenschaftlerInnen). So stieß ich z.B. auf den Artikel "Das Salz in der Wellness-Suppe" von Peter Rehn, einem Heilpraktiker, der laut den Aussagen am Ende seines Artikels nach einer "ganzheitlichen Medizin" und "neuen" Spiritualität sucht.2 In seiner etwas spritzigen Art schreibt er zu Herrn Ferreira:

"Ein anderer, der uns heute an die Lebendigkeit des Wassers mit aller Eindringlichkeit erinnern will, ist der Biophysiker und Metaphysiker Dr. Peter Ferreira, geborener Peter Druf. [...] Ferreiras Anliegen ist »Lebendiges Wasser«, das heißt natürliches Wasser. Zweitens geht es ihm um lebendiges Salz. Aber es geht ihm um noch viel mehr. Ich vermute einmal, er ist auf der Suche nach dem Wesen, der Seele des Wassers, und dabei ist ihm jedes Mittel recht, ob Biophysik, Geomantie, Radiästhesie oder Geheimwissenschaft - er mischt alles so geschickt, dass die Leute glauben, alles was er sagt, sei wissenschaftlich bewiesen. Z.B. dass jedes Wasser einen ganz eigenen Charakter hat oder dass es Erdgitternetzlinien gibt, die mit ihren Frequenzmustern unser Bewusstsein verändern (und natürlich die geistige Frequenz erhöhen) können – auf einen Schluck! Und so gerät er in esoterische Grenzbereiche, die der Sache selbst nicht immer dienlich sind."

Quelle: Rehn (2007?).

Unabhängig von der Kritik an Ferreira und seinen Äußerungen fällt bei diesem Thema eine gewisse "Kommerzialisierung" auf. Wer im Internet recherchiert, wird z.B. "Harmonisierungs-Sets" finden: Das sind Gläser, in die solche Begriffe "Kraft" oder "Glück" eingraviert sind und welche Wasser "beleben" sollen. Solche Gläsersets finden sich mittlerweile in vielen Internetshops. Zwar mag hier das Preisliche nicht so sehr ins Gewicht fallen, aber es zeigt sich damit doch zumindest ein gewisser Trend in Richtung Vermarktung, d.h. die Idee und die Produkte fristen nicht mehr nur ein Nischendasein, sondern schaffen sich ihre eigenen kommerziellen Netzwerke (Vertriebswege). In preislicher Hinsicht wird solch ein Vermarktungstrend beim Himalaja-Salz deutlich: Dieses ist für 22,00 Euro pro Kilo zu bekommen. Im Vergleich: Natürliches "veganes" und vegetarisches Meersalz lässt sich schon für 0,99 Euro pro 500g erwerben.3 Wie lassen sich derartige Preisunterschiede rechtfertigen? Bevor jetzt jemand auf die (angeblich) "fairen" Arbeitsbedingungen und auf die "Handarbeit" der Salzbergleute abzielt, die m.E. eh kaum jemand wirklich belegen kann, sollte bedacht werden, ob die Lebenshaltungskosten in dem Ausland (Himalaja-Gebiet) ggf. niedriger sind. Liegt also bei dieser ganzen Salzsache ein – von mir aus auch berechtigtes – kommerzielles Ansinnen vor? Ich meine, machen wir uns doch nichts vor: Völlig unabhängig davon, ob etwas an dieser Wasser- und Salzgeschichte dran ist, lässt sich damit Geld verdienen. Mehr, es scheint zu einem bestimmten Lifestyle zu gehören. Kritisch und resümierend schreibt Peter Rehn dazu in seiner erheiternden Art:

"Eine kleine Elite möchte das ganz Besondere für sich - wenig später wollen's alle, und dann beginnt der Tanz um Logistik und Geld und last not least um die gerechte Verteilung: Kristallsalz aus dem Himalaya für alle, aber zu vernünftigen Preisen - geht das? Peter Ferreira jedenfalls ist inzwischen untergetaucht. Der Rummel wurde ihm zu viel, munkelt man. Das Schicksal der Propheten halt!"

Quelle: Rehn (2007?).

Auf den Punkt gebracht, lässt sich Ferreiras "Wissenschaftlichkeit" und seine selbstlose – altruistische – Hinwendung der Sache wegen doch sehr stark in Zweifel ziehen. Und zwar nicht nur seitens echter Wissenschaftlerinnen, sondern auch von jenen, die sich alternativen Lebens-, Ernährungs- und Heilformen verschrieben haben. Zusätzlicher Argwohn kommt auf, weil "neuartige" Ernährungsformen Teil eines "Lifestyles" sind und genau dies praktisch eine Industrie auf den Plan ruft, die in eine – wenn auch kleine, aber dennoch offenbar zahlungskräftige – Nische vorstößt. Neben den oben erwähnten Sachverhalten (Himalaja-Salz usw.) lässt sich das sehr einfach nachprüfen, wenn in eine bekannte Suchmaschine "lebendiges Wasser Flasche Preis" eingegeben wird (zu finden ist u.a. ProAqa, eine Seite, deren kommerzieller Charakter sicher nicht zu leugnen ist). Wer hier also nach selbstlosen Gutmenschen sucht, denen einzig die Gesundheit der Menschen am Herzen liegt, scheint sich etwas vor zu machen: Gerade weil es sich um eine Glaubenssache handelt, ist Skepsis statt eines blinden "autoritären" Esoterikgehorsam angebracht.

Anmerkungen

[1] Zugegebenermaßen schreckte mich der Name dieser Zeitschrift ("Skeptiker") zunächst erst ab. Allerdings fand ich auf der entsprechenden Homepage einen Eintrag über das Anliegen der Herausgeber, was mich dann doch etwas beruhigte.
Wer Informationen zu vermeintlich übersinnlichen oder paranormalen Phänomenen sucht, trifft meist auf einen unkritischen bis enthusiastisch-zustimmenden Umgang mit diesen Themen. Wir haben uns in der GWUP das Ziel gesetzt, ein Gegengewicht zu dieser erdrückenden Desinformation zu bilden. So wollen wir ermöglichen, dass sich die breite Öffentlichkeit angemessen über diese Themen informieren kann.

Quelle: GWUP.Org
(Stand: 29.09.2007).

[2] "Das Salz in der Wellness-Suppe" fand ich auf Lifestyle.de, stellte aber fest, dass der Artikel ursprünglich auf Connection.de veröffentlicht wurde. Ich erwähne das nur, weil Connection.de mit seinen esoterischen Gedanken, der Suche nach "alternativen Lebensformen" usw. aus mancher Sicht in eine bestimmte Schublade gesteckt werden könnte, von deren "Wissenschaftlichkeit" mit Sicherheit nicht jede Wissenschaftlerin überzeugt wäre. Insofern bildet Peter Rehn hier sicherlich einen Kontrast zu Wissenschaftlerinnen wie sie im "Skeptiker" vertreten sind; und gerade deshalb halte ich diese Kritik, trotzdem sie auch aus naturwissenschaftlicher Sicht ihre Mängel aufweisen mag, ebenfalls für sehr wichtig.

[3] Die Zahlen stammen von hier (Hunza-Salz) und hier (veganes Meersalz, fein aus Portugal, 1,98 Euro pro Kilo) (Stand: 26.09.2007).


Referenzen
Ferreira (2000/2001), "Wasser und Salz", Zusammenfassung von Vorträgen, auf EDV-Helfert.de, Stand 25.09.2007.

Kamphuis, A. (2001), "Himalaja-Salz", Skeptiker, Nr. 15, S. 14-17.

Rehn, P. (2007?), "Das Salz in der Wellness-Suppe", Connection.de, Stand: 25.09.2007; Hinweis zum Artikel: Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, wann "Das Salz in der Wellness-Suppe" geschrieben wurde. Deshalb habe ich (2007?) gewählt.

Tüting, L. (2002), "Neue esoterische Abzocke: Der 'Jungbrunnen' Himalaya-Salz", Tourism-Watch, Stand 25.09.2007.

Wikipedia (2007), "Belebtes Wasser", Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Belebtes_Wasser, Stand: 13.09.2007.


P.S.: Im dritten, letzten, Teil werde ich noch etwas zum "Gedächtnis des Wassers" schreiben und ein allgemeines Resümee zu dieser Problematik ziehen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wird schon alles gut recherchiert sein von dir. Wenn du auch die ein- oder andere Spekulation mit reinpackst. Solange man es als Spekulation erkennt ist das ja in Ordnung.
Aber wenn ich das alles lese erschleicht mich das Gefühl, dass du irgendwie auch ein bischen sauer auf den Druf bist. Dieser Mistkerl, erzählt hier was von seinem tollen Salz und Wasser und Superheilung und sonstwas und hat es damit noch hinbkommen richtig fett Moneten einzutreiben, sich auch noch im richtigen Moment abzusetzen. Betrüger, Geschäftemacher, Unfugerzähler!!!
Mich würde viel mehr interessieren, ob die konkreten Beispiele in seinen Vorträgen (das mit den Katzen und dem Mikrowellenfraß, und viele andere) erstunken und erlogen oder einfach wahr sind?!?
Hast du dir mal ein paar konkrete Versuche herausgepickt und überprüft?
Ich muss sagen und wenn nur die Versuche wahr sind, von denen er erzählt, sollte das doch jeden zum denken anregen?!?
Grüße
Konstantin (konse (at) konse . de)

Arbo Moosberg hat gesagt…

Hallo Konstantin,

und erstmal danke für Deine Reaktion, zumal an diesem Tag. :-)

Die von mir verfassten Beiträge beziehen sich auf den Artikel "Wasser und Salz"; auf diesen wurde ich etwa im August/September diesen Jahres von weitläufigen Bekannten hingewiesen - als Einstieg in die Thematik und mit der Aufforderung verbunden, sich damit doch einmal auseinanderzusetzen. Das habe ich dann auch getan.

Was mich zu diesen kritischen Artikeln über die Druf-Geschichte motivierte, ist, dass der etwas mit dem Label "Wissenschaft" verkauft, was im Kern aber nicht wirklich wissenschaftlich ist. Es ist z.T. ja noch nicht mal popularwissenschaftlich. Da werden Analogien gezogen, die einer echten Wissenschaftlerin wirklich die Fußnägel hochrollen lassen - der Text ist z.T. mit metaphysischem Klimmbimm zugekleistert, dass er fast schon an den seltsamen biologischen Kreationismus erinnert.

An dem von dir erwähnten Katzenbeispiel lässt sich das m.E. gut zeigen. Er spricht von einer „interessanten Studie aus England“: Kein Wort darüber, welche Studie, welche Forschungseinrichtung usw. Das kann also niemand nachprüfen. Und mal abgesehen davon, dass ich eh etwas gegen Tierversuche habe: Es ist eine recht platte Schlussfolgerung, wenn er meint, dass der Katzen Tod innerhalb von drei Wochen allein (!) der Mikrowellenernährung zuzuschreiben ist; dass sie praktisch verhungert sind. Angenommen, dieses Experiment hat es wirklich gegeben: Niemand erfährt, wie die Versuche aussahen; was eigentlich der genaue Untersuchungsgegenstand war. Ist denn wirklich auszuschließen, dass keine anderen Faktoren eine Rolle spielten? Nicht mal eine selbstkritische Äußerung, ob da nicht vielleicht auch andere Dinge ursächlich sind. Um es dabei auch gleich klar zu stellen: Die Mikrowellennahrung muss nicht eine einzelne (monokausale) Ursache sein, damit mir das zu Denken gibt - selbst als "Kombinationsursache" (Mikrowelle+bestimmte Nährstoffe usw.) wäre das für mich eine sehr wichtige Erkenntnis! Statt dessen aber die Absolutierung. Irgendwie beschlich mich während des gesamten Textes das Gefühl, dass hier unentwegt Angst geschürt wird - und seine Formulierungen diese gezielt zuspitzen.

Soweit ich recherchieren konnte, ist bei dem Herrn Druf ja noch nicht mal klar, ob der sich überhaupt „Wissenschaftler“ nennen darf. Was ich dabei wirklich schlimm finde, ist, dass er eine Schwäche seiner SympathisantInnen ausnutzt: Diese werden sich nämlich nicht alle mit Bio- oder Lebensmittelchemie oder auch mit Biophysik usw. beschäftigt haben; in der Masse sind sie womöglich auch nicht wirklich in der Wissenschaft tätig. Und deshalb wollen sie natürlich auch gerne einem Wissenschaftler glauben. Nur dieser Herr erzählt – gelinde gesagt – tolle (Heils-) Geschichten, deklariert sie jedoch nicht als solche: Er verkauft sie als Wissenschaft. Und weil dies alles so schön und einfach ist, so einfach und wundersam fantastisch wie eine Wissenschaft sicherlich nie sein wird, werden diese einfachen Aussagen auch gerne aufgenommen. Sie wiegen zudem schwerer, da mensch sie ja „wissenschaftlich fundiert“ glaubt.

Also Nachdenken, ja. Aber ich möchte mich nicht für dumm verkaufen lassen. Und ich möchte mir auch den Hinweis auf selbstkritisches Denken erlauben. Dass in dem einem (verlinkten) Artikel stand, das hier verkaufte Himalaya-Salz hätte eine gänzlich andere Färbung als das, was original im Himalaya zu finden wäre, sollte m.E. die eigene Skepsis doch deutlich wachsen lassen; auch die seltsamen Begebenheiten um den Herrn Druf lassen berechtigte Zweifel aufkommen.

Viele Grüße,
Arbo

Anonym hat gesagt…

also, eine sache, die ich noch im kopf habe: der feriera sagt, dass pasteurisierte milch ein kalb toeten wuerde, weil es tote milch ist. das ist insofern richtig, als dass die mutterkuh ihrer milch enzyme und bakterien beigibt, die das kalb braucht, um diese zu verdauen.

wenn die milch jetzt pasteurisiert ist, ist sie groeßtenteils keimfrei, und kann nicht mehr so gut vom kalb verdaut werden.

dann stirbt es eben.

diese geschichten haben einen riesen-impact, wen es darum geht, leute zu beiedrucken. man muss eben ein wenig recherchieren, dass ist den meisten zu unbequem.

man kann ja auch mal nach "clustern" im wasser suchen, die gibt es anscheinend tatsaeschlich, der fehler hierin ist da nur, dass sie in sekundenbruchteilen enstehen und wieder zerfallen, und wenn dass wasser noch so viel in einer glasflasche untergebracht ist.

Anonym hat gesagt…

Hallo gemeinde,

ich bin normal kein Forumschreiber,
aber was ich hier teilweise zu lesen bekomme stimmt mich doch sehr nachdenklich.

Wenn Mann noch einen Funken Ur-Verstand besitzt, setzt sich das große Ernährungs- Puzzle recht einfach zusammen.

Zugegeben, ich beschäftige mich nun seit über einem Jahrzehnt intensiv mit dem Thema Ernährung.

Dazu gibt es nur soviel zu sagen, ich brauch weder Herrn Ferreira noch der Gesellschaft für Ernährung alles glauben.

Ich weiß jedoch selber am besten wenn es mir gut geht?!

Wenn ich mich so ernähre, dass ich fit, vital, gesund, und voller Energie stecke, dann macht Mann schon einiges richtig.

Und wenn sich auch die Skeptiker nur das aus diversen Berichten herausziehen was für Sie richtig ist, bräuchten sie nicht Seitenlange negative Statements erstellen.

Fakt ist, das vieles von Herrn Ferreira´s Vortrag auch in anderen Publikationen immer wieder auftaucht. Aber was soll’s, manche sind eben noch nicht so weit, oder wie ein guter Freund immer sagt: Die kritische masse ist noch nicht erreicht.

Ein anderer schreibt von "Geschäftemacherei“! Mein lieber Freund, höre dir den Bericht noch mal genau an...

Wer heutzutage immer noch glaubt, dass Milch, Kaffee, Fleisch, Wasser aus Plastikflaschen, oder Corn Flakes gesund sind, der wird sich noch wundern.

Also Liebe Leute glaubt auch den Skeptikern nicht alles sondern verlasst euch auf den Menschlichen Urinstinkt.

Euer
Dr.Aetka